Sie wollen in Rohrbachs Gemeinderat

Daniela Hahn und Stefan Rädlein führen Grünen-Liste mit 16 Bewerbern bei Kommunalwahl an
Von Anna Ermert

Die grüne Liste für Rohrbach

Der Rohrbacher Gemeinderat könnte etwas bunter werden. Zumindest haben die Bürger am 8. März die Möglichkeit dazu, weil bei der Kommunalwahl die Grünen zum ersten Mal mit einer eigenen Liste antreten. Der 18 -jährige Ortsvorsitzende Stefan Rädlein eröffnete die Aufstellungsversammlung und freute sich über den „frischen Wind in der Rohrbacher Kommunalpolitik“, den er ankündigen durfte.

Vor etwa einem Jahr begann das hoffnungsvolle Nachdenken über eine eigene Liste, blickte Rädlein in seiner Ansprache zunächst ein wenig zurück. Dann kam er zusammen mit einigen Mitstreitern ins Machen. „Und im Laufe der Zeit ist eine solche Dynamik entstanden, dass wir nicht nur das minimale Ziel erreicht haben, sondern jetzt sogar mit 16 Kandidatinnen und Kandidaten in den Wahlkampf starten können “, sagte er.

Landratskandidatin Bettina Markl führte durch die Wahl und war begeistert, dass grüne Politik nicht nur auf Kreisebene, sondern auch in den Kommunen mittlerweile als unverzichtbar angesehen werde. Sie hob Rädleins Einsatz in Rohrbach besonders hervor. „Da wird deutlich, wie viel das Engagement einzelner bewirken kann“, erklärte sie. Junge Leute und Frauen, die andernorts teils nur schwer für die Politik zu gewinnen seien, hätten sich in Rohrbach „fast von selbst“, wie sie sagte, den Grünen angeschlossen. Markl leitete die anschließende Nominierung, bei der die ersten vier Listenplätze einzeln und alle weiteren im Block gewählt wurden.

Sieben wahlberechtigte Mitglieder waren anwesend, es befinden sich aber auch einige Sympathisanten ohne Parteibuch auf der Liste – und auch etliche Zuhörer sind erschienen, um sich zu informieren.

Auf den ersten Listenplatz wurde Daniela Hahn gewählt, die mit ihrer Familie seit sieben Jahren in Rohrbach lebt und als Dozentin an der Münchener Uni lehrt. Die Erfahrungen der Pandemiejahre haben sie dazu gebracht, sich zu engagieren. „An allen Tischen, an denen wichtige Entscheidungen getroffenen werden, sollten möglichst viele Personen sitzen, die Lebensrealitäten von Kindern, Jugendlichen, Auszubildenden und Studierenden mitdenken“, findet sie. „Junge Leute und Familien müssten in Entscheidungen einbezogen werden, die sie heute oder morgen betreffen“, ergänzte Rädlein, der diese Perspektiven als 18-Jähriger besonders gut einbringen kann. „Als Schüler und Jugendtreffleiter habe ich das Ohr nah an der Jugend und habe im Bürgerarbeitskreis Jugend und Familie schon Erfahrung gesammelt, wie Prozesse auf kommunaler Ebene ablaufen“, teilte er mit. Die Grünen sollen in seinen Augen eine neue Perspektive für Rohrbach eröffnen. Und das man schon anhand der Kandidatenwahl: „Es sind viel mehr Frauen als Männer auf der Liste“, sagte er.

Den dritten Platz belegt die 24-jährige Fluggerätmechanikerin Verena Hock. Ihr liegt am Herzen, dass das Rohrbacher Gremium nicht nur jünger, sondern auch weiblicher wird. Per Video stellte sich Philipp Schooff (39) vor, der auf den vierten Platz gewählt wurde. Als Gärtnermeister und Gartenbauer will er seine Kompetenzen im ökologischen Bereich und in der Bautechnik in den Gemeinderat einbringen.

Die weiteren Listeplätze belegen Dorothee Lieberum (Digital Marketing Expertin), Nikolai Petuchow (Biologe), Samira Azizi (Key Account Managerin in der IT-Branche), Peter Kutsch (Ingenieur), Sabine Hoppe (Projektmanagerin im Verlag), Daniel Roßmann (Auszubildener), Christine Kuplent (Religionspädagogin), Marcus Hahn (Bankkaufmann), Petra Vachal (VHS-Dozentin), Anke Kutsch (ÖDP, Biologin), Judith Schmidt (Geographin), und Anne Fishburn (VHS Dozentin) belegt.

Alle Kandidierenden wurden einstimmig gewählt, sodass die Rohrbacher Grünen sich bester Stimmung auf einen fairen Wahlkampf freuen.

Der Artikel wurde im Donaukurier veröffentlicht

Grüne zum erstem Mal mit eigener Liste für den Rohrbacher Gemeinderat. Jetzt informieren!